Bischof Rudigier holte die Franziskaner vor 150 Jahren nach Enns zurück, um die Seelsorge in der Region zu beleben. Tradition hat der große Einsatz der Ordensbrüder für Kinder und Jugendliche, in der Pfarre Enns-St. Marien und weit darüber hinaus. So pilgerten zum Jubiläumsfest in Enns über 300 Kinder aus ganz Oberösterreich.
Selber Schokolade herstellen, T-Shirts und Stofftaschen bedrucken, Taukreuze schnitzen oder von der Feuerwehrleiter über Enns schauen. Viele verschiedene Angebote brachten beim Franziskusfest Leben nach Enns und zeigten, wie wichtig dem Orden der Einsatz für die Kinder ist. Denn auch im Alltag ist der Kinderschwerpunkt deutlich erkennbar: an den zahlreichen aktiven Jungscharkindern, Ministrant/innen und der offenen Jugendarbeit der Pfarre Enns-St. Marien. Zudem gibt es eigene Kinder- und Jugendgottesdienste. „Wir sind sicher keine überaltete Gemeinde“, sagt P. Martin Bichler, der in der Pfarre Enns-St. Marien Kooperator ist. Dem Ennser Kloster steht der Ordensmann als Guardian vor. Vor einem Jahr ist er vom Südtiroler Kloster Innichen nach Enns übersiedelt. „Ich kannte hier schon einige Leute. Auf Enns habe ich mich gefreut. Die Menschen hier lassen sich begeistern“, sagt P. Martin Bichler.
Ins Gespräch kommen. „Jeder kann zu uns kommen und mit uns reden. Wir wollen nicht abgehoben sein“, ist das erklärte Ziel der Franziskaner. Deutlich wird das nicht nur in der Pfarrarbeit, sondern auch bei den Franziskanischen Gemeinschaften, die von den Brüdern in Enns und Amstetten betreut werden. Rund 30 Laien beschäftigen sich in den Gruppen mit dem einfachen Leben, der Bewahrung der Schöpfung, und wollen wach sein für die Nöte der Menschen.
Aufgabe des alten Klosters. Vier Franziskaner leben derzeit im Ennser Kloster (neben P. Martin Bichler unter anderem auch der Pfarrer von Enns-St. Marien P. Mag. Johannes Maria Teufl). In den besten Zeiten waren es an die 15 Ordensbrüder. Etwas zu groß dimensioniert wirkt heute deshalb das Franziskanerkloster. Eine Übersiedlung in das ein paar hundert Meter entfernte Pfarrzentrum ist geplant, erzählt P. Martin Bichler. Dieses soll dafür räumlich adaptiert werden. Der alte Klosterstandort, der im Eigentum der Diözese Linz steht, wird wahrscheinlich aufgegeben. P. Martin: „Der Vorteil wäre auch, dass wir damit noch näher bei den Leuten sind.“