Vier Steyler Missionsschwestern aus Portugal, Indien, der Slowakei und aus Österreich sind am 9. Mai nach Griechenland aufgebrochen, um dort eine Gemeinschaft bei den Flüchtlingen in Athen zu gründen. Eine davon ist Schwester Ada Lick.
Es war schon lange ihr Wunsch gewesen, sich für Flüchtlinge einzusetzen. Als man an Ada Lick herangetreten ist, bei diesem Projekt mitzuwirken, hatte sie zunächst Bedenken. „Ich habe immer die Menschen bewundert, die in der Flüchtlingshilfe arbeiten; doch von mir aus hätte ich nicht den Mut gehabt, mich zu melden, auch wegen meines Alters. Als ich dann gefragt wurde, habe ich nach vielen Gebeten und Überlegungen doch ja gesagt. Ich spürte, es ist Gottes Wille. Was auf uns zukommt, wissen wir noch nicht. Es ist ein Versuch, uns einzubringen, vorerst einmal für ein Jahr“, sagt die 78-jährige Steirerin aus Ranten.
Mission
Die Aufgabe der Steyler Missionsschwestern sei es, „dort hinzugehen, wo Menschen in Not sind“, erzählt Ada Lick. Als Krankenschwester und Hebamme arbeitete sie u. a. ein paar Jahre in Palästina in einem Heim für geistig und körperlich behinderte Frauen. Davor leitete sie 18 Jahre lang eine Krankenstation auf der indonesischen Insel Flores. „An diese Zeit denke ich sehr gerne zurück. So hatte ich mir Mission immer vorgestellt – für Menschen, die unter ganz armen Verhältnissen leben, da zu sein. 70 Prozent der Leute dort hatten Tuberkulose. Ich war oft mit meinem Pferd unterwegs zu den abgelegenen Dörfern, wo wir Gesundheitsprogramme starteten.“ Aber nicht nur fern der Heimat, sondern auch in Österreich war sie immer für jene da, die am Rand stehen. So begleitete sie als Mitglied beim Buddy-Verein in Wien viele Jahre Menschen mit HIV/Aids.