Wort zum Sonntag
Österreichs Bischöfe wollen, wie sie zum Abschluss ihrer Frühjahrskonferenz im ungarischen Pannonhalma erklärt haben, die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung suchen.
Das Budget dürfe jedoch nicht zulasten der Schwächsten in der Gesellschaft konsolidiert werden. Kinderreiche Familien und Alleinerziehende würden viel für die Gesellschaft leisten und bräuchten Unterstützung. Die Bischöfe betonten außerdem, dass Österreich trotz budgetärer Probleme ein reiches Land sei und appellieren: „Bleiben wir großzügig bei der humanitären Hilfe im Ausland, bei der Entwicklungszusammenarbeit und gegenüber Geflüchteten.“
Erzbischof Lackner, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, fügte bei einer Pressekonferenz in Wien hinzu: „Starken Schultern können auch schwere Lasten zugemutet werden.“ Zu dem im Regierungsprogramm angekündigten Kopftuchverbot befragt, zeigte sich Lackner zurückhaltend. Davor müssten Dialoge über Ängste, Bildung und Integration stehen, betonte der Salzburger Erzbischof.
Lackner nahm bei der Pressekonferenz auch zur Aufrüstung in der Europäischen Union Stellung. „Waffen alleine werden den Frieden nicht sichern“, sagte er. Dabei zeigte er Verständnis für das Bemühen der EU, die Verteidigungsbereitschaft zu erhöhen, das alleine reiche aber nicht aus. Mit Blick auf das internationale Kräftemessen und Aufrüsten rief Lackner zu verstärkten Friedensbemühungen auf. Aktuell gelte es, die Ängste der Menschen angesichts der Krisen und Weltlagen ernst zu nehmen. Die Kirche könne den Dialog fördern und einen Ort der Stille zur Verfügung stellen.
Zur innerkirchlichen Entwicklung äußerten die Bischöfe, dass sie den Synodalen Prozess in Österreich auf allen kirchlichen Ebenen fortsetzen wollen. Synodalität sei in Österreich bereits gelebte Praxis, sehr bewährt hätten sich Mitwirkungsgremien in Pfarren und Diözesen.
Auf den Appell der Katholischen Aktion Österreich an die Bischöfe, eine synodale Kirchenversammlung der Bischöfe, Priester und Laienkatholik:innen ins Leben zu rufen, meinte Lackner, dass es dafür noch zu früh sei. Er glaube aber schon, dass es eine solche Versammlung einmal geben werde.
Infolge der Emeritierung von Kardinal Christoph Schönborn als Erzbischof von Wien sind seine Zuständigkeiten in der Bischofskonferenz neu verteilt worden. So wurde der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl zum neuen „Medienbischof“.
Er ist somit auch Präsident und Herausgeber der Kathpress und Protektor der Katholischen Medien Akademie. Der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler ist mit Abt Vinzenz Wohlwend neu für die Ordensgemeinschaften zuständig.
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